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HOTTON
Faber-Mühle


Photos 11061184.JPGDie Mühle hat zwei Räder-eines aus Eisen und eines aus Holz -mit einem Durchmesser von 4 m und glatten Schaufeln. Diese werden von unten alimentiert, d.h. die Radachse befindet sich theoretisch über dem Wasserniveau des Zuleitungskanals. Zur Inbetriebnahme der Räder öffnet der Müller die Schleusen dieses Kanals. In der Mühle gibt es vier Etagen: Maschinenraum, Mahlgänge (Mühlsteinpaare), Mehlbeutel, Speicher. Über eine Übertragungsachse betreibt das äußere Eisenrad zwei Mühlgänge. Das Holzrad setzt den Mühlgang für das Mahlen von Backgetreide in Bewegung und betreibt einen Sackheber, das Sieb und den Mehlfahrstuhl. Funktionsweise: An der Achse des Wasserrades befindet sich die Rolle, in die die Zähne des Winkelrads eingreifen und die vertikale in horizontale Bewegung umsetzen. Dieser Zahnradantrieb setzt den Läuferstein in Bewegung, während der Bodenstein unbeweglich bleibt, man sagt, er schläft oder lagert. Der Läuferstein dreht sich durch eine eiserne im Stein versiegelte Feder. Dieses Teil setzt sich auf das kleine Eisenteil, das sich auf dem Bodenstein befindet und mit dem Winkelrad verbunden ist. Das Getreide wird auf dem Speicher gelagert. Dort wird es in auf dem Boden befindliche Fülltrichter geschüttet. Diese kommunizieren mit den auf Holzrahmen um die Mahlsteine montierten Trichtern. Das Korn wird zwischen den beiden Mahlsteinen geschrotet. Durch die Zentrifugalkraft wird das Mahlgut nach außen verbracht. Von hier aus kommt es in eine Öffnung und fällt in eine Schnecke, von wo aus es zu verschiedenen Ausgängen transportiert wird, an denen der Müller Säcke angebracht hat. Wenn der Trichter sich leert, sorgt eine einfallsreiche Einrichtung dafür, dass der Müller mit einem Glockenton hierüber informiert wird. Im Schüttelkasten (sechskantige, um eine horizontale Achse gedrehte Trommel mit Wänden aus Naturseide) wird das Mehl gesiebt. Die unterschiedlichen Texturen der Seide sorgen dafür, dass Mehl unterschiedlicher Qualität hergestellt werden kann. Die Mühle von Hotton liegt im Herzen der Ortschaft an einem Gerinneabschnitt des zweiten Ourthe-Armes, der durch eine Insel (Insel Oneaux) fließt . Die Wasser- und Mehlmühle stammt aus dem Jahr 1729. Diese Jahreszahl ist auf dem Schlüssel zur Eingangstür eingraviert. Das Gebäude ist rechteckig und aus Kalkbruchsteinen errichtet und hat ein hohes Satteldach aus Schiefer. 1948 wurde es von der Commission Royale des Monuments et Sites [Königliche Kommission für Denkmalschutz] unter Denkmalschutz gestellt worden. Seinen Name verdankt es seinem letzten Eigentümer Lucien Faber. Seit 1989 ist es Eigentum der Gemeinde.
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