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HOUDENG-AIMERIES (LA LOUVIERE)
Freilichtmuseum Bois-du-Luc


Der Aufbau der Ausstellung orientiert sich einerseits an der Geschichte der Kohlenbergwerksgesellschaft von Bois-du-Luc, zum anderen am Auftrag des Freilichtmuseums. Es finden sich zwei Arten von Sammlungen, die sich immer wieder ergänzen und deren Zusammenspiel das Berufs- und Alltagsleben in der belgischen Industriegesellschaft beleuchtet. Im Rahmen des Projekts AICIM der französischen Gemeinschaft für den computerbasierten Zugriff auf die Sammlungen von Museumseinrichtungen (Accès informatisé des Collections des institutions muséales) sind wir damit betraut, ein retrospektives Verzeichnis unserer Sammlungen zusammenzustellen. Der Zugriff auf dieses Verzeichnis ist über eine Datenbank und virtuelle Stichwortverzeichnisse möglich (www.aicim.be). Das Erbe aus dem Bergwerks- und Industriezeitalter. Mit der Übernahme des Geländes von "Bois-du-Luc" hat das Freilichtmuseum auch zahlreiche zum Bergbau gehörende Gegenstände erworben (Maschinen, Arbeitsgeräte), anhand derer sich die Entwicklung der Bergbautechniken nachvollziehen lässt (Arbeit unter und über Tage, wozu auch die Verwaltungstätigkeit gehört). Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Werkstätten nach dem Vorbild autarker Betriebe bürgerlichen Rechts mit Werkzeugmaschinen ausgestattet, die von belgischen und ausländischen Firmen hergestellt wurden. Bei einem interaktiven Rundgang sind diese Maschinen neben anderen seit 1983 gesammelten Werkzeugmaschinen des Freilichtmuseums zu besichtigen. Die Tischlerwerkstatt verfügt über eine Reihe von Werkzeugmaschinen, von denen die meisten von Edouard Mennig (Brüssel) hergestellt wurden. Diese Maschinen, die sämtliche Holzarbeiten vom Zuschnitt bis zur Ausformung erledigen, sind mit einem unterirdischen Antriebssystem aus Seilscheiben und Riemen verbunden. Neben dieser Arbeit, die Mensch und Maschine verbindet, zeugt eine Reihe von Werkzeugen von der Handarbeit mit Holz. Die Mechanikwerkstatt ist mit Maschinen belgischer und ausländischer Hersteller ausgestattet (Ste Ame Fetu-Defize; L. Bronne Dombret et Cie aus Lüttich, Demoor; SA le Progrès industriel aus Brüssel, Atelier du Thiriau etc.). Der Großteil der Maschinen ist amerikanischen Ursprungs (G. Birch & Co; Mather and Platt aus Manchester, The American Tool Works, Cincinnati; Thomas Spacing Machine aus Pittsburgh, Atelier GSP aus Paris). Andere, ab 1983 gesammelte Ausstellungsstücke bezeugen die industrielle Blüte Zentralbelgiens, insbesondere in der Glas- und Metallindustrie. Das ethnologische Erbe: Die abwechslungsreichen Sammlungen sind dem besonderen Auftrag des Museums zu verdanken, das sich an dem Modell der gemeinschaftlichen französischen und kanadischen Museen orientiert. Zur Erinnerung an die industrielle, ethnologische, historische und volkstümliche Geschichte der Region hat das "Ecomusée" authentisches Material gesammelt, vom dem auch ein beachtlicher Anteil in den interaktiven Rundgang integriert wurde. Die Bereiche des häuslichen, administrativen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sind umfassend erläutert, ebenso wie bestimmte Handwerkskünste (Klempnerei, Sattlerei, Schieferverarbeitung, Schuhmacherei). Heute beschäftigt sich das Freilichtmuseum mit der industriellen Vergangenheit der Region Mittelbelgien und deren Einbindung in den größeren Zusammenhang der industriellen Geschichte Belgiens und Europas. Aus dieser Perspektive heraus sind wir an authentischem Material in Ihrem Besitz interessiert, das unsere Exponate zur Entwicklungsgeschichte der Bergbautechnik vervollständigen könnte. Falls Sie Gegenstände besitzen, die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen, und Sie an unserem Projekt teilhaben möchten, würden wir uns freuen, Ihr Material sichten zu können. Was für eine Welt ist das in der Zeche? Wem ist der Ruhm Walloniens zu verdanken? Wie hat man gearbeitet? Welche Spuren haben Arbeiter, Handwerker und Ingenieure hinterlassen? Was erzählen die Steine und Landschaften über das Kohlezeitalter? Steine, Menschen und Landschaften, Bois-du-Luc eignet sich hervorragend zur Beantwortung dieser Fragen, die sich jeder stellt. An diesem Ort werden etwa 300 Jahre Leben und intensiver Arbeit unter der Leitung der Bergbaugesellschaft von Bois-du-Luc sichtbar. Sie wurde 1685 nach kapitalistischem Modell gegründet und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Gesellschaften dieser Art in Europa. Vom Erdinnern bis in die Bergarbeitersiedlungen hinein zeigen sich hier alle Facetten eines einzigartigen Paternalismus, der bis in die winzigsten Details eine perfekte Siedlung ausgeklügelt hat, die von den sozialistischen Bastionen in den Städten weit entfernt ist. Sie werden an die Orte geführt, an denen die Entscheidungen getroffen wurden, wo sich Herstellung und Abbau abspielten und schließlich dorthin, wo das normale Leben stattfand. Es herrschte eine vollständige Verschmelzung zwischen diesen Lebens- und Arbeitsbereichen. Die Büros, die Werkstätten, die Grube Saint-Emmanuel mit ihren Schächten, die die Menschen verschluckten und die Kohle ausspuckten, stehen im Dialog mit der privaten Umgebung (Bergarbeitersiedlungen, Haus des Direktors, Schulen etc.), Orten der Entspannung ("Parc du Quinconce", Blaskapelle, Gartenbauverein) und Orten, die der Gesundheit (Altenheim, Krankenhaus) und der Andacht dienten (Kirche Sainte-Barbe). Ein authentisches Siedlungshaus, in dem die Zeit 1920 stehen geblieben ist, vermittelt den Besuchern ein Gefühl für das tägliche Freud und Leid einer Arbeiterfamilie. In der Ferne erheben sich die bewaldeten Abraumhalden, die Früchte erbitterter Arbeit, umsäumt von der Eisenbahnstrecke Mons-La Louvière-Charleroi. Passieren Sie die Hebetüren, und lassen sich auf das Abenteuer Erinnerung ein. Das Freilichtmuseum als Echo der Erinnerung. Das Freilichtmuseum, das 1983 auf dem Bergbaugelände Bois-du-Luc errichtet wurde, bietet dem industriellen, ethnologischen und historischen Erbe der Region Mittelbelgiens Raum und erweckt es zu neuem Leben. Wechselnde Ausstellungen führen die Besucher ins Zentrum blühender Industrien, den Prunkstücken Walloniens. Auf kurvenreichen, tückischen Wegen, die alle Sinne ansprechen, gelangen die Besucher auf die Höhen der Abraumhalden. Dem Besucher zu Füßen liegt eine Landschaft, die von der Industrie und jahrhundertelanger Landwirtschaft geprägt wurde. Über themenspezifische Führungen lassen sich die vielfältigen Facetten von Bois-du-Luc kennen lernen: in der Nacht, auf Wallonisch oder ins Ohr geflüstert werden die Erinnerungen dieser Orte durch unsere Geschichtenerzähler zum Leben erweckt.
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