logo PORTAIL.WALLONIE.MUSEUM visiter voir apprendre informer

SOIGNIES
Museen den Alten Friedhof


Photos 04094422.JPGDas Museum wurde 1895 gegründet. Seitdem stellt es die zahlreichen Dinge aus, die mehrere Generationen von Bewohnern des Ortes dem Museum von Soignies überlassen haben. Besonders bemerkenswert sind zwei bildhauerische Werke: der Christus als Schmerzensmann aus dem 15. Jahrhundert, der häufig auf großen internationalen Ausstellungen zu sehen ist, und der "Homme aux Vers" [Wurmmann], ein Werk aus dem 15. Jahrhundert, das eindrucksvoll den makabren Geschmack und den unverhohlenen Realismus dieser Epoche dokumentiert. Daneben besitzt das Museum eine bedeutende archäologische Sammlung, was darauf zurückzuführen ist, das die Region über große archäologische Schätze verfügt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis heute werden in den Steinbrüchen immer wieder Mammutstoßzähne und Feuersteinwerkzeuge (hergestellt vor 50 000 bis 100 000 Jahren) gefunden. Das Museum sammelt außerdem die Stücke, die die Ausgrabungen des Cercle royal d'Histoire et d'Archéologie von Soignies [Geschichts- und Archäologiekreis] zutage fördern: eine römische Siedlung, einen mittelalterlichen Bergfried usw. Überaus erwähnenswert ist auch die Abteilung über das Leben in Soignies vor ein- bis zweihundert Jahren. Zu sehen sind unter anderem Möbel, eine umfangreiche Sammlung von Feuer- und Stichwaffen, Waagen, Gewichte von Geldwechslern und Goldschmieden, Porzellan und Fayencen, Zunftwappen usw. Das Museum ist in einer alten Kapelle untergebracht, die sich in einem Park mit großem Baumbestand, einem ehemaligen Friedhof, befindet. 1890 wurde der Friedhof aufgegeben, da er zu klein und zu nah am Ort war. Es ist dem Einsatz von Amé Demeuldre, dem Gründer des Archäologiekreises von Soignies, zu verdanken, dass er nicht zerstört wurde. Die Kapelle wurde zum Museum, und die Grabstätten wurden restauriert. Heute ist der kleine Park eine Insel der Ruhe mit beinahe 150 Votivkapellen und Grabsteinen aus Pierre bleue. Der romanische Teil der Kapelle, auf den der Blick fällt, wenn man den Park betritt, wurde mitunter auf das 9. Jahrhundert datiert, die Zeit der normannischen Eroberung. Es scheint jedoch, dass das aktuelle Gebäude in seiner Höhe und seinem Grundriss aus jüngerer Zeit stammt. Ebenfalls erkennbar ist, dass es häufiger verändert wurde. So wurde eine Seitentür eingefügt, die heute als Haupteingang dient. Die Fenster an der Nord- und Südseite wurden im Laufe des 17. Jahrhunderts verändert (erkennbar an den Kennzeichnungen der Steinmetze aus Soignies). Das Gebälk wurde Ende des 19. Jahrhunderts vollständig erneuert, als die Kapelle einzustürzen drohte. Bemerkenswert sind auch die sehr alten Grabplatten, die sich entlang der Außenmauern der Kapelle, im Innenraum und im Boden befinden. Einige stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der ehemalige Altar der Kapelle bestand aus einem großen Grabstein (Pierre bleue) aus dem 14. Jahrhundert, der im vergangenen Jahrhundert Fundstelle dreier wunderschöner unbeschädigter alter Gläser (möglicherweise einzigartig in Belgien) sowie einer Reliquie und einer gravierten Bleiplatte aus dem 15. Jahrhundert war. Diese Objekte werden im Museum ausgestellt. Um 1650 wurde der romanischen Kapelle eine Art Chor zugefügt, der von da an als Altar diente. Dieser Altar ist erhalten geblieben. Außergewöhnlich sind seine abnehmbaren Tafeln, die auf der einen Seite Szenen aus dem alten Testament zeigen und auf der anderen Seite Bestattungsmotive, Knochen und Totenschädel. Die Kapelle scheint also tatsächlich zu Begräbniszwecken gedient zu haben.
4.0709 50.5805