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TOURNAI
TAMAT, Museum für Teppichweberei und textile Kunst


Photos M71065.JPGDas 1990 eingeweihte Museum befindet sich in einem alten klassizistischen Stadtpalais, das von dem Architekten Bruno Renard entworfen wurde. Es ist nicht nur Heimat für dauerhaft präsentierte Sammlungen und wechselnde Ausstellungen, sondern auch Arbeitsplatz für Weberinnen und Restaurateure, die Teppiche nach vorliegenden Kartons weben oder textile Kunstwerke restaurieren. Daneben beherbergt das Museum ein Forschungszentrum für zeitgenössische Stoffkunst im weitesten Sinne. Tournai war stets eine Hochburg der Teppichweberei, die ihr goldenes Zeitalter im 15. Jahrhundert erlebte. Damals arbeiteten mehr als 200 Weber in den Webereien der Stadt, und die Teppiche wurden nach ganz Europa exportiert. Die Tapisserien aus Tournai aus dem 15. und 16. Jahrhundert gehören zu den Glanzstücken des Museum. Sie bestechen durch ihre Farben und Motive-dabei handelt es sich um bewegte, bisweilen auch verwirrende narrative Szenen. Die dargestellten Personen mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern illustrieren das Raffinement jener Zeit durch ihren aufwändigen Schmuck und die prachtvollen Kleider oder glänzenden Rüstungen. Nach einer langen Phase des Niedergangs erlebte die Webkunst in Tournai im 20. Jahrhundert einen neuen Aufschwung, der schließlich zur Gründung dieses Museum führte, das ausschließlich der alten und zeitgenössischen Teppichweberei gewidmet ist. Die Renaissance der Teppichwebkunst im 20. Jahrhundert, beginnend mit den ersten Arbeiten der Gruppe Forces murales in den 1940er-Jahren bis zu den Werken des vergangenen Jahrzehnts, ist ein zentrales Thema des Museums. Die besten Designer treffen hier zusammen und dokumentieren mit ihren Arbeiten Veränderungen und verschiedene zeitgenössische Strömungen hinsichtlich Webtechnik, Material und Struktur. Damit bietet das Museum einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Teppichwebkunst im Laufe der Jahrhunderte. Es zeigt neben seiner Sammlung alter Teppiche aus Tournai zeitgenössische Arbeiten und textile Kunstwerke der Communauté française, der Provinz Henngau und der Fondation de la Tapisserie et des Arts du Tissu [Stiftung für Teppichweberei und textile Kunst] sowie Leihgaben zeitgenössischer Künstler. Altes klassizistisches Stadtpalais, entworfen von dem Architekten Bruno Renard aus Tournai. Die Räume der Stiftung befinden sich in der 2. und 3. Etage.
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